Stifterhain

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Bei jedem neuen Stifter bedankt sich die Umweltstiftung Greenpeace mit einem jungen Baum. So mündet jede Zustiftung sogleich in ein auf Dauer ausgelegtes Projekt, das neue Lebensräume für die bedrohte Tier- und Pflanzenwelt schafft.

Bei Forbach und im Murgtal im nördlichen Schwarzwald bevölkern Goldrenette, Winterprinz, Sommerkönig, Pastorenbirne und Reineclaude von der Sonne verwöhnte Hänge. Jeder Baum steht für einen neuen Stifter. Wer möchte, kann sich auf einer Tafel am Stifterhain namentlich verewigen lassen.

Mit diesem besonderen Dank helfen die Stifter mit, die genetische Vielfalt zu bewahren und eine alte Kulturlandschaft zu erhalten. Wo sich die Hochstämme der alten, robusten und seltenen Obstbäume in größeren Abständen aneinanderreihen, entwickeln sich ökologisch wertvolle Streuobstwiesen. Überall summt und flattert, kreucht und fleucht es. Denn Altholz wird nicht entsorgt, und der Einsatz von Pestiziden ist tabu. Mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind – etwa der Schöpfigen Kreuzblume, dem Hirschhaarstrang, der Herbst-Drehähre, Grünspecht, Gartenrotschwanz, Wendehopf oder Steinkauz bietet der Stifterhain eine Heimat.

Gepflegt wird das Biotop im Rahmen der Projektwochen des Bergwaldprojekts. Die Freiwilligen setzen und beschneiden die Bäume. Der Revierförster hat inzwischen ein Bienenhotel für Insekten eingerichtet, der örtliche Ziegenverein, der alte Ziegenrassen züchtet, mäht die Wiesen und düngt die Jungbäume mit dem Mist der Tiere.

Ein Zeichen der Wertschätzung: Auf der Tafel sind die Namen aller Stifter verzeichnet, für die im Stifterhain ein Baum gepflanzt wurde.

 

Eine ganz besondere Streuobstwiese

Im September 2006 trafen sich 23 Stifterinnen und Stifter zur Versammlung in Forbach – und wurden mit der Enthüllung einer Tafel geehrt, die über den Zweck der Wiese informiert und die Namen aller Stifter verzeichnet.

Wenn die Bäume eines Tages groß sind, soll ein Lehrpfad eingerichtet werden. Und ein Teil der üppigen Ernte kommt dann auch wieder den Stiftern zugute: Sie sollen mit daraus selbstgemachten Produkten wie Marmelade, Saft oder Obstbrand bedacht werden. Im Rahmen einer Stiftungsversammlung haben viele Stifter die prächtige Oase der Artenvielfalt auch schon mal besucht – ein schönes, bleibendes Erlebnis.

Da dieses Baumpflanzprojekt bei den Stiftern sehr gut ankommt und die Stiftung kontinuierlich wächst, waren die beiden Haine im Schwarzwald schon nach wenigen Jahren voll: 201 alte Apfel-, Birnen-, Quitten- und Nussbaumsorten wurden binnen kurzem gepflanzt. Dass die ökologische Nische auch noch in 100 Jahren besteht, dafür sorgt ein langfristiger Pachtvertrag der Stiftung mit der Gemeinde Forbach.

Jeder neue Stifter, der mehr als 2500 Euro zustiftet, darf sich in Zukunft über einen neu gepflanzten Baum in Norddeutschland freuen: Im schleswig-holsteinischen Zentrum für alte und bedrohte Haus- und Nutztierrassen, der Arche Warder, entsteht als Nachfolgeprojekt für den Stifterhain die schattenspendende „Allee der Stifter".