Bergwaldprojekt: Wald und Moore schützen für ein Umdenken in der Gesellschaft

B

Mitte der 1980er-Jahre wurde das Waldsterben zu einem großen gesellschaftlichen Thema. Als Antwort riefen Greenpeace-Aktivisten 1987 das Bergwaldprojekt ins Leben. Im malerischen Schweizer Malans fand der erste Einsatz zum Erhalt der für den Lawinenschutz wichtigen Bergwälder statt. Seit 1993 organisiert der deutsche Verein Bergwaldprojekt e.V. jedes Jahr freiwillige ökologische Einsatzwochen in Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen von der Küste bis in die bayrischen Alpen.

Das Bergwaldprojekt ist neben Deutschland und der Schweiz auch in Österreich, Katalonien und in der Ukraine vertreten. Allein in Deutschland sind es jedes Jahr über 2000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die eine Woche lang ihr Federbett gegen einen Schlafsach oder eine einfache Decke tauschen und im Wald leben und arbeiten - zum Teil sogar ohne Handyempfang, ohne Warmwasser und ohne Strom. Was entbehrungsreich klingt, empfinden die Freiwilligen oft als große Bereicherung. Sie sind mitten in der Natur und tun gleichzeitig etwas sehr Sinnvolles: In Schutzwäldern und -gebieten (Nationalparks) oder naturnahen Wäldern und Biotopen pflanzen sie unter fachkundiger Anleitung Bäume, pflegen Wälder und Kulturlandschaften, renaturieren Moore oder bauen Steige auf Wanderwegen im Gebirge.

Einsatz gegen die Folgen des Klimawandels

Für das Ökosystem Wald sind die klimaschützenden Arbeiten in den Wäldern und Mooren in doppelter Hinsicht wichtig. Zum einen binden die Bäume nachhaltig klimaschädliches Kohlendioxid. Zum anderen macht der Klimawandel insbesondere den Wäldern stark zu schaffen. Trockenheit und Wärme, vor allem im Frühjahr und Sommer, setzen den Bäumen zu und schädigen die Feinwurzeln. Dadurch werden sie anfälliger für alte und neue Schädlinge, die sich außerdem bei wärmeren Temperaturen schneller ausbreiten. Sie so geschwächten Bäume halten den zunehmenden Wetterextremen immer weniger stand, gravierende Sturmschäden sind die Folge.

Erfahrungen in den Alltag tragen

Neben den Projektwochen mit erwachsenen Helfern ist innerhalb des Bergwaldprojekts das Programm "Waldschule" entstanden. Dabei können Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 24 Jahren zusammen mit ihren Lehrern eine Woche lang den Wald als Lern- und Arbeitsort erleben. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" gefördert. Darüber hinaus gibt es Angebote für geflüchtete Menschen, Familien, Alleinerziehende und Unternehmen. Über den direkten praktischen Nutzen für die Wälder hinaus, sorgen die Einsätze für mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft. Denn die Freiwilligen erleben den faszinierenden Lebensraum Wald unmittelbar und eindrücklich. So kann ein Bewusstsein für die Gefährdungen der Waldökosysteme und die Notwendigkeit umweltschonenden Verhaltens entstehen.

Die Umweltstiftung arbeitet seit 2002 eng mit dem Bergwaldprojekt zusammen: Der Verein hat sowohl den Stifterhain betreut als auch die Stifterbäume in der Arche Warder.

www.bergwaldprojekt.de