Die Arche Warder: Zukunft für bedrohte Haustierrassen

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Haben Sie schon mal eine Lockengans gesehen? Oder wussten Sie, dass das kleine widerstandsfähige Schaf namens Skudde schon vor über 2.000 Jahren von den Wikingern in Nordeuropa gehalten wurde? Diese und viele andere besondere Haus- und Nutztierrassen sind über Jahrhunderte hinweg durch Züchtungen entstanden. Sie wurden angepasst an die Bedürfnisse des Menschen und an die Gegebenheiten der jeweiligen Region. Ob als Landschaftspfleger, als Lieferanten von Fleisch oder Milch, ob als Zug- oder Lasttiere – Haustiere leisteten und leisten uns wertvolle Dienste.

Seltener als der Sibirische Tiger

Doch mittlerweile sind rund ein Sechstel aller erfassten Nutztierrassen der Welt vom Aussterben bedroht. Das Angler Sattelschwein zum Beispiel ist heute seltener als der Berggorilla oder der Sibirische Tiger. Hauptverantwortlich für den Verlust ist die industrialisierte Landwirtschaft, die sich auf wenige global verfügbare „Hochleistungsrassen“ konzentriert. Die Arche Warder hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine große Vielfalt alter Rassen zu erhalten. In einer 40 Hektar großen naturnah gestalteten Parklandschaft in der Nähe von Kiel leben derzeit rund 1.200 Tiere aus über 80 Rassen, darunter Schweine, Pferde und Rinder, Ziegen, Hühner und Gänse. Damit ist die Arche Europas größtes Zentrum für seltene Nutztierrassen. Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt das Projekt bereits seit 2003 – mit viel Herzblut und jährlich großzügigen Spenden.

Vielfalt als Versicherung für die Zukunft

Alte Rassen sind den überzüchteten, oft bemitleidenswerten Tieren der heutigen Massenbetriebe in vielem überlegen. Sie sind robuster und kommen auch mit widrigen Bedingungen wie kargen Böden oder rauer Witterung zurecht. Solche Attribute sind auch in Hinblick auf den Klimawandel oder plötzlich auftretende Seuchen wieder zunehmend gefragt und wichtig. Welche Eigenschaften die alten Rassen genau auszeichnen und wie sich Züchtungsprogramme verbessern lassen – damit beschäftigt sich seit 2007 der wissenschaftliche Beirat der Arche Warder. Das Gremium unterstützt Forschungsarbeiten und trägt dazu bei, die Arbeit der Arche Warder ständig zu verbessern.

 

Jahr für Jahr statten tausende Menschen der reizvollen Anlage und ihren liebenswerten Bewohnern einen Besuch ab. Viel Wert legt das Warder-Team dabei auf Umweltbildung. Ob im Streichelgehege, als Tierpfleger für einen Tag oder bei einer der zahlreichen Mitmachaktionen – große und kleine Naturfreunde können in der Arche Warder hautnah erleben, wie wohl sich Schaf, Gans & Co. in einer natürlichen Umgebung fühlen.

Investionen in den genetischen Reichtum

Greenpeace und die Umweltstiftung standen 2003 vor einer riesigen Herausforderung, als sie beschlossen, den damals maroden Tierpark aus der Insolvenz zu retten: Weiden, Zäune und Gehege waren in schlechtem Zustand. Zudem war die genetische Abstammung vieler Tiere nicht eindeutig dokumentiert. Unter neuer Leitung leben die Bewohner inzwischen artgerecht und mit geprüftem Stammbaum auf den Koppeln und in gut gepflegten Anlagen und Ställen.

Regelmäßige Investitionen in neue Tiere für das Zuchtprogramm und in die Infrastruktur sind trotzdem weiterhin notwendig. Unter anderem finanzierte die Umweltstiftung 2011 ein neues Dach für das Schauhaus: Im Gebäude gibt es jetzt mehr Licht und Luft, und dank einer Photovoltaikanlage kann die Arche Warder rund ein Drittel ihres Energiebedarfs selbst decken. 2014 unterstützte die Stiftung unter anderem die Einrichtung einer Hühner-Wissensstation und 2015 den Bau von neuen Zaunsystemen und dem Streichelgehege „Ferkelstube“. Auch in Zukunft wird die Umweltstiftung Greenpeace dazu beitragen, dass die Arche Warder die kostbare Vielfalt alter Rassen erhält und dass sich viele Besucher an ihnen erfreuen können. Kommen Sie doch auch einmal vorbei:

Langwedeler Weg 11, 24646 Warder, Tel.: 04329 / 91340

E-Mail: info@arche-warder.de, www.arche-warder.de