Energiesparöfen

Energiesparöfen: für Wald-, Klimaschutz und eine gesunde Lunge

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Wie sich die Gesundheit der Menschen in den Dörfern Kameruns durch energieeffiziente Öfen verbessern lässt, untersucht der Verein Buana e. V.

Sie wirken unscheinbar und unspektakulär. Dennoch haben es die Energiesparöfen in sich: Die aus Lehm und Stroh gefertigten Kochherde speichern die Wärme wie Thermoöfen. Dadurch sinkt der Bedarf an Brennmaterial um 60 bis 70 Prozent. Dies kommt den Wäldern zugute und den Menschen, die weniger Zeit und Geld für die Beschaffung von Feuerholz aufbringen müssen. Außerdem entsteht beim Kochen in den Lehmhütten wesentlich weniger Rauch – vor allem für die Frauen und Kinder ein großer Fortschritt. Denn sie leiden wegen der hohen Rauchbelastung oft unter starkem Husten oder sogar Asthma.

Eine Studie mit Folgewirkung

2012 werden im Rahmen der Klimaschutz-Karawane solche Energiesparöfen in 15 Dörfern in Zentral- und Ost-Kamerun errichtet. Doch wie wirken sich diese genau auf die Gesundheit der Bevölkerung aus? Das untersucht der Verein Buana e.V., der vom Hamburger Lungenfacharzt Dr. Henning Kothe gegründet wurde. Denn bislang fehlen umfassende wissenschaftliche Studien. Diese sind jedoch für die zukünftige entwicklungspolitische Arbeit entscheidend. Nur wenn sich wissenschaftlich fundiert zeigen lässt, wie nützlich die Öfen nicht nur für die Wälder und das Klima, sondern auch für die Gesundheit der Menschen sind, werden langfristig Gelder aus nationalen und internationalen Entwicklungshilfeprojekten in diesen Hilfeansatz fließen. Außerdem zeigen die Untersuchungen möglicherweise auch, wie sich die Öfen aus medizinischer Sicht weiter verbessern lassen.

Lokale Kompetenzen nutzen und fördern

Die Verlaufsstudie sieht vor, die Lungenfunktion der Dorfbewohner sowie die Kohlenmonoxidkonzentration in den Hütten vor und nach der Installation der Kochherde zu messen. Mit einem Fragebogen werden darüber hinaus akute Beschwerden, der sozioökonomische Status sowie Rauchgewohnheiten erfasst. Für die erste Visite besucht die deutsche Doktorandin Laura Kibbel im Juli und August 2012 die entlegenen Dörfer der Departments Haut-Nyong und Nyong-et-So’o. Sie liegen mitten im tropischen Urwald und sind nur schwer zu erreichen. Vier Kameruner Mitarbeiter des Gesundheitsteams der Klimakarawane unterstützen sie bei ihrem Vorhaben. Sie kennen die Frauen, Männer und Kinder aus den Dörfern bereits und können helfen, den Nutzen der Untersuchungen zu erklären. Nachdem die Familien dann die Energiesparöfen erhalten haben, sollen alle drei Monate weitere Messungen und Tests erfolgen.

Die Studie ist auf zwölf Monate angelegt, anvisiert ist die Teilnahme von etwa 1000 Menschen. Um über die Förderung der lokalen Kompetenz hinaus auch einen wissenschaftlichen Transfer zu ermöglichen, strebt der Verein Buana, über den Kontakt zu den Partnerorganisationen der Klimaschutz-Karawane hinaus, auch eine Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität von Yaunde, der Hauptstadt Kameruns, an.

Die Umweltstiftung Greenpeace fördert dieses Projekt 2012 mit 13.000 Euro.

www.greenpeace.ch/klimakarawane