Die Kids for Forests bringen den Wald zurück

B

Wo der Mensch siedelt, verwandelt er Urwald in Äcker und Weiden. Wenn aber vom ursprünglichen Baumbewuchs kaum etwas bleibt, sind oftmals Bodenerosion und Überschwemmungen die Folge. So wie in großen Gebieten südlich von Moskau. Greenpeace Russland hat deshalb 2002 ein über viele Jahre angelegtes Projekt ins Leben gerufen, in dem Schulklassen Waldgebiete renaturieren. Damit soll zum einen wieder Wald entstehen, der vor Stürmen schützt, die Erde festhält, Wasser speichert und Tieren einen Lebensraum bietet. Zum anderen möchten die russischen Kollegen bei Kindern und Jugendlichen Bewusstsein für den Waldschutz schaffen.

Eine Idee macht Schule

Inzwischen ist aus der Idee eine Bewegung über Russland hinaus geworden. Bis 2016 haben sich über 1.000 Schulen aus Russland, Weißrussland und der Ukraine beteiligt. Die engagierten Kinder gründeten in dieser Zeit in ihren Schulgärten 272 Baumschulen. In jeder gedeihen pro Jahr etwa 1000 Setzlinge. Die Baumsamen stammen aus Sammelaktionen, die jedes Jahr stattfinden. Während großer Wald-Aktionen bringen die Kinder dann die jungen Bäume – Pinien, Lärchen,Eichen, Eschen, Walnuss und wilde Birnen – in der Natur aus. Am Anfang werden sie angeleitet, wie man die Pflänzchen richtig setzt und was man bei der Renaturierung beachten muss. Für Lehrer gibt es ein Handbuch, damit sie später selbst ihre Schüler anleiten können. Inzwischen sind so zahlreiche nachhaltige Mischwälder mit bereits mannshohen Bäumen entstanden.

Mit den steigenden Schülerzahlen war die Arbeit der zwei Koordinatoren bei Greenpeace Russland nicht mehr zu schaffen. Seit 2015 bildet das Büro daher Freiwillige aus, die in die Lande ziehen und selbst Kinder und Lehrer anleiten. Mit Hilfe von Video-Tutorien und Seminaren bekommen sie praktisches Wissen vermittelt. Die neue Internetpräsenz leistet dabei gute Dienste: Auf der Plattform „Greenwire“ können die Freiwilligen Material herunterladen und sich über ihre Arbeit austauschen. Auch im beliebten sozialen Netzwerk Vkontakte sind die „Kids for Forests“ präsent. Außerdem wird ein Newsletter regelmäßig an rund 7700 Abonnenten verschickt.

Klima- und Wald-Camps zeigen: Waldschutz macht Spaß

Neben den Pflanzaktionen sind Klima- und Wald-Camps, kleine Wald-Festivals sowie Lehrexkursionen ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit. Mit viel Freude und Engagement helfen die Kinder und Jugendlichen bei der Organisation dieser Veranstaltungen. Dabei lernen sie nicht nur, was für einen gesunden Wald wichtig ist, sondern auch, was Teamarbeit bedeutet. Die zentrale Botschaft bei allem: Waldschutz macht Spaß.

Auch politisch mischen die Kids for Forests mit. Rund 600 Kinder beteiligten sich 2015 an der Kampagne „Stoppt Grasfeuer“. Selbst gelegte Feuer führen in Russland immer wieder zu verheerenden Waldbränden. Die Kids sammelten Unterschriften, schrieben Briefe an die politisch Verantwortlichen und klärten die Bevölkerung auf. Die Politik reagierte: Die russische Regierung erließ 2015 ein Gesetz gegen das Abbrennen von trockenem Gras. Ein Erfolg, für den Greenpeace Russland sich viele Jahre engagiert hat. In den nächsten Jahren soll die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden. Die Umweltstiftung Greenpeace fördert das Projekt seit 2004. Von dem Geld werden zum Beispiel eine Projektstelle, Reisen, der Druck von Lehrmaterialien oder die Organisation der Zeltlager bezahlt.

"Kids for Forests" Project-Report 2013

http://www.greenpeace.org/russia/en/campaigns/forests/kids-for-forests/