Die Kids for Forests bringen den Wald zurück

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Wo der Mensch siedelt, verwandelt er Urwald in Äcker und Weiden. Wenn aber vom ursprünglichen Baumbewuchs kaum etwas bleibt, sind oftmals Bodenerosion und Überschwemmungen die Folge. So wie in großen Gebieten südlich von Moskau. Greenpeace Russland hat deshalb 2002 ein über viele Jahre angelegtes Projekt ins Leben gerufen, in dem Schulklassen Waldgebiete renaturieren. Damit wollen die Kollegen aus Moskau zweierlei erreichen. Zum einen soll wieder Wald entstehen, der vor Stürmen schützt, die Erde festhält, Wasser speichert und Tieren einen Lebensraum bietet. Zum anderen geht es ihnen um die Bewusstseinsbildung bei Kindern und Jugendlichen. Wälder spielen in der russischen Mythologie und Kultur eine große Rolle. Das Wissen um Anlage und Pflege von Forsten ist jedoch im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehr und mehr verloren gegangen.

Eine Idee macht Schule

Inzwischen ist aus der Idee über die Jahre hinweg eine Bewegung über Russland hinaus geworden. Bis Dezember 2013 haben sich 950 Schulen aus Russland, Weißrussland und der Ukraine an Wald-Aktionen beteiligt. Die engagierten Kinder gründeten in dieser Zeit im Rahmen ihrer Schulgärten 300 Baumschulen. Dort wachsen in jeder Schule pro Jahr etwa 1000 Setzlinge heran. Die verschiedenen Baumsamen stammen aus Sammelaktionen, die jedes Jahr stattfinden. Während organisierter Feriencamps bringen die Kinder dann die jungen Bäume – Pinien, Lärchen, Eichen, Eschen, Walnuss und wilde Birnen – in der Natur aus. Am Anfang zeigen Greenpeace-Mitarbeiter ihnen, wie man die Pflänzchen richtig setzt und was man bei der Renaturierung beachten muss. Für die Lehrer hat man ein Handbuch entwickelt, damit sie später selbst ihre Schüler anleiten können. Wenn sie soweit sind, suchen sich die Greenpeacer eine neue Schule, an der sie das Projekt fortführen können. Die bereits teilnehmenden Schulen erhalten regelmäßige Beratungen und Unterstützung durch Greenpeace-Mitarbeiter. Inzwischen sind so zahlreiche nachhaltige Mischwälder mit bereits mannshohen Bäumen entstanden.

Klima- und Wald-Camps zeigen: Waldschutz macht Spaß

Neben den Pflanzaktionen sind Klima- und Wald-Camps, kleine Wald-Festivals sowie Lehrexkursionen ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit. Mit viel Freude und Engagement helfen die Kinder und Jugendlichen bei der Organisation dieser Veranstaltungen: Sie laden Gäste von benachbarten Schulen sowie Journalisten ein, denen sie ihre Arbeit zeigen. Oder sie geben selbst Konzerte. Außerdem können die Jugendlichen Verantwortung in einem eigenen Projekt übernehmen und als Naturbewahrer ausgezeichnet werden. Dabei lernen sie nicht nur, was für einen gesunden Wald wichtig ist, sondern auch, was Teamarbeit
bedeutet. Die zentrale Botschaft bei allem: Waldschutz macht Spaß.

In den nächsten Jahren soll die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden. Mittelfristig will Greenpeace das Projekt auch auf andere russische Regionen ausweiten. Die Umweltstiftung Greenpeace fördert das Projekt seit 2004. Von dem Geld werden zum Beispiel eine Projektstelle, Reisen, der Druck von Lehrmaterialien oder die Organisation der Zeltlager bezahlt.

"Kids for Forests" Project-Report 2013