Kohleabbau in Jänschwalde

Klimaschutz für Polens bedrohte Braunkohletagebau-Dörfer

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Um den Klimawandel in kontrollierbaren Grenzen zu halten, müssen die fossilen Energien durch saubere, erneuerbare ersetzt werden – zu diesem Schluss kommt der Weltklimabericht 2014. Allein die Verbrennung von Kohle macht knapp die Hälfte der jährlich weltweiten CO2-Emissionen aus. Trotzdem schreitet der Ausbau von Kohleenergie, auch innerhalb der Europäischen Union – die sich gerne als Vorreiter im Klimaschutz betrachtet – voran. In Polen leisten Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke fast 90 Prozent des Strombedarfs. In Zukunft sollen die Kohle-Kapazitäten sogar noch ausgebaut werden: So plant Polens Regierung den riesigen Braunkohletagebau 'Gubin-Brody' in der polnischen Lausitz 2030 neu zu eröffnen. Für Greenpeace hat die Abwendung des geplanten Tagebaus höchste Priorität. Mit der Errichtung kleiner Erneuerbare- Energien-Anlagen in der betroffenen Region versucht die Umweltschutzorganisation gemeinsam mit der Umweltstiftung Greenpeace, glaubwürdige Alternativen zur Kohleenergie aufzuzeigen und die Opposition in der Bevölkerung und Kommunalpolitik gegen das Großprojekt zu stärken.

Zerstörte Heimat

Hinter dem Braunkohletagebau-Projekt 'Gubin-Brody' steckt der halbstaatliche Energieversorger Polska Grupa Energetyzcna (PGE). Die geplante Tagebaufläche von über 100 Quadratkilometern liegt direkt an der polnisch-deutschen Grenze gegenüber dem deutschen Tagebaugebiet Jänschwalde. Für die Kohleförderung im Gebiet Gubin-Brody müssten 20 Dörfer weichen, rund 2000 Menschen würden ihre Heimat verlieren. Bei zwei Bürgerentscheiden hat die Bevölkerung das Tagebau-Vorhaben bis jetzt mehrheitlich abgelehnt. Auch die Bürgermeister der betroffenen Orte Gubin und Brody wehren sich gegen die Abbaupläne. Das Greenpeace-Projekt „Gubin Lighthouse“ unterstützt den Widerstand vor Ort, in dem es den Konflikt zwischen erneuerbaren und konventionellen Energien sichtbar macht.

Mit Wind- und Sonnenkraft Zukunft gestalten

Im Rahmen des „Gubin Lighthouse“-Projektes plant Greenpeace die Errichtung von 20-30 Solar- und Windkraftanlagen in der betroffenen Region Gubin-Brody. Die Umweltstiftung Greenpeace legt mit der Finanzierung einer 5,2 KW-Solaranlage auf dem Dach einer Schule in Brody den Grundstein. Mit dem Bau der Solaranlage ist auch eine Schulung für lokale Handwerker verbunden. Die Realisierung von weiteren Erneuerbare-Energien-Anlagen soll später auch unter Mithilfe von EU-Geldern für Strukturförderung erfolgen, die von den sensibilisierten Gemeinden und durch lokale Akteure selbstständig angefragt werden.

http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/braunkohletagebau-polen