Das viele Altholz des Märchenwalds und seine Struktur- und Pflanzenvielfalt bieten dem Schluchtwaldkäfer einen idealen Lebensraum.

Märchenwald: mit Käferkartierung gegen den Holzeinschlag

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Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt die Kartierung der Käferfauna im märchenhaften Stadtwald von Einbeck. Sie soll dazu beitragen, dass der Wald aus Artenschutzgründen dauerhaft aus der Nutzung genommen wird.

Wie im Märchen fühlen sich Besucher bei einer Wanderung im Stadtwald von Einbeck im Süden Niedersachsens. Hier stehen noch hohe über 200 Jahre alte Eichen, Hainbuchen und weitere 13 Baumarten. Eine urwaldartige Atmosphäre, die durch viel Totholz, natürliche Baumstrukturen, eine hohe Artenvielfalt und ein kühl feuchtes Klima entsteht und die man nur noch an wenigen Orten in Deutschland erleben kann.

Ein Lebensraum für seltene Käfer

Viele Waldpilze haben sich hier angesiedelt. Sie bereiten den Lebensraum für viele Käferarten vor, unter anderem für den raren Schluchtwald-Käfer, auch Bergwald-Käfer genannt. Dieser gilt laut niedersächsischer Roter Liste als gefährdet. Waldexperten wie der Waldökologe Henning Städtler aus Einbeck und der Biologe Ludger Schmidt haben ihn im Märchenwald entdeckt. Sie vermuten, dass es daneben noch weitere sehr seltene Käferarten in diesem Waldstück gibt.

Die 25 Hektar große Fläche gehört zu den dünn gesäten ökologisch besonders wertvollen Eichen-Hainbuchen-Wäldern in Deutschland. Lediglich ein Prozent der deutschen Waldflächen entsprechen diesem Typ. In Niedersachsen gibt es nur noch 400 Hektar im Berg- und Hügelland.

Ziel ist der dauerhafte Schutz

Doch das Kleinod ist in Gefahr. Zwar haben lokale Initiativen erreicht, dass in dem Wald vorläufig nicht mehr eingeschlagen wird. Doch das Ziel ist es, die Sägen dauerhaft zum Schweigen zu bringen. Dafür soll die Kartierung der Käferfauna wissenschaftliche Gründe liefern, indem sie die einzigartige Bedeutung des Märchenwaldes belegt.

Die Käfer-Erfassungen finden in der Vegetationsperiode von März bis Oktober 2013 statt. Es gibt bereits erste Erfolge: Bis Mitte August 2013 wurden neben dem Schluchtwald-Käfer fünf weitere hochgradig gefährdete Käfer nachgewiesen. Neben der Kartierung wird eigens für das Projekt eine Website entwickelt. Hier können sich Interessierte über den Stand der Forschungsarbeiten und den besonderen ökologischen Wert des Waldes informieren. so soll außerdem der Bekanntheitsgrad des Märchenwaldes steigen.

Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt den Schutz des Märchenwaldes in Einbeck und übernimmt die Kosten für die Kartierung der Käferfauna und die Erstellung der Website von 9000 Euro.

maerchenwald-einbeck.de