Solartraining: Jugendliche lernen, die Sonnenenergie zu nutzen

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2011 unterstützt die Umweltstiftung Greenpeace ein Solartrainingscamp in Durban, Südafrika.

Die Kraft der Sonne ist beeindruckend: Mit einer einfachen Lupe lässt sich ein Schriftzug in ein Lederarmband brennen, und für die Herstellung von Popcorn braucht es nur einen Parabolspiegel. Was man mit Sonnenenergie sonst noch alles machen kann, erfahren 15 südafrikanische Pfadfinder in einem Solartrainingscamp im südafrikanischen Durban. Zusammen mit einem Schweizer Solartechniker und zwei Greenpeace-Mitarbeiterinnen aus Spanien und Brasilien sowie dem Koordinator von Greenpeace Afrika montieren und löten sie Solartaschenlampen, lernen die Funktionsweise von Fotovoltaikanlagen kennen und beginnen mit dem Bau eines Solaranhängers.

Jugendliche erleben das Potenzial der Sonnenenergie

Der soll Anfang Dezember 2011 zur UN-Klimakonferenz in Durban gebracht werden und die Politiker an die Energiequellen der Zukunft erinnern. Die Sonne birgt für Afrika, wo es an so vielem mangelt, ein großes Potenzial. Das erleben auch die Jugendlichen, wenn sie mit Solarkraft kochen oder Strom erzeugen. Auch ihr eigenes Pfadfinderzentrum profitiert: Es erhält eine Außenbeleuchtung, die ihren Strom nur aus Solarpaneelen bezieht. Eine Woche werkeln die Pfadfinder intensiv an ihren Taschenlampen, messen Strom und lernen viel über regenerative Energien und Möglichkeiten des Energiesparens. Am Ende bekommen sie ein Solardiplom, das sie stolz präsentieren.

Im Anschluss an die Pfadfinder kommen 15 jugendliche Greenpeace-Freiwillige aus Durban zum Solartraining. Voller Eifer machen sie sich an die Fertigstellung des „Solarmobils“, eines Anhängers vollgepackt mit solarer Technik. Am Ende ist es mit einer eigenen kleinen Multimedia-Einheit ausgestattet. So sind die Jugendlichen perfekt gerüstet für den Klimagipfel in Durban. Dort wollen sie mit der wind- und sonnenbetriebenen Anlage einen Film über Erneuerbaren Energien zeigen. Das Greenpeace-Büro in Johannesburg wird den Wagen dann für weitere Kampagnen nutzen.

Ein Solarkurs aus der Schweiz, der Schule machen soll

Auch das Solartraining ist keine einmalige Veranstaltung: Die brasilianische Greenpeacerin Vania nimmt die Erfahrungen aus dem Camp mit in ihre Heimat. Im Vorfeld der UN-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung (UNCSD) in Rio de Janeiro im Juni 2012 wird sie dort ein ähnliches Projekt starten. Und die Pfadfinder planen Installationen von Fotovoltaikanlagen und weitere Trainings in Südafrika, Kenia, Thailand, Chile, 
Mexiko und Brasilien.

Vorbild ist ein Solarkurs, der seit drei Jahren im internationalen Pfadfinderzentrum in Kandersteg angeboten wird. Greenpeace Schweiz hat ihn zusammen mit der „Pfadibewegung“ der Eidgenossen entwickelt und jetzt die Kooperation mit der internationalen Pfad-finderbewegung WOSM und dem Schweizer Verein Solafrica.ch angestoßen. Der Kurs, der jedes Jahr von Juni bis August stattfindet und sich an 10- bis 14-Jährige richtet, beinhaltet mehrere Workshops und ist inzwischen ein wichtiges Modul in der Pfadfinderaus-bildung. Ziel ist es, ihn in der ganzen Welt zu etablieren. Das Jugendtraining in Durban war der Anfang. Die Umweltstiftung Greenpeace hat das Camp mit 5.000 Euro unterstützt.

wave.greenpeace.org