Titelthema: Starke Gemeinschaft 11 Auf Tauchgang im StiftungsCafé 16 Botschafterinnen für Schutzgebiete Jahresrundbrief 2025 8 Achtung, Happiness-Effekt! Jetzt anmelden: Exkursion in den Zukunftswald Seite 7Seite 17 OrcaLab Liebe Stifterinnen und Stifter, Editorial unser Jubiläumsmotto „Gemeinsam wachsen, gemeinsam wirken“ wurde im 25. Stiftungsjahr auf wunderbare Weise mit Leben erfüllt. Dank Ihrer Hilfe konnten wir zahlreiche Projekte unter stützen. Sie zeigen einmal mehr: Positive Veränderungen sind möglich, wenn wir sie gemeinschaftlich anpacken. Jedes Tun, jede Begegnung kann etwas bewegen. Genau diese Kraft möchte unsere Stiftung sichtbar machen. Ein eindrückliches Beispiel ist die Arbeit des Vereins Project Manaia, von der uns Manuel Marinelli im digitalen StiftungsCafé berichtet hat: Mit verbündeten Tauchbasen forstet sein Team Seegraswiesen im Mittelmeer auf. Jeder Quadratmeter schafft Lebens raum und bindet CO₂. Wie diese Wiesen schützen auch Moore das Klima. Für eine neue Art der Landwirtschaft auf wiedervernässten Moorböden, die Paludikultur, vernetzen sich gerade Pionier:innen aus diversen Branchen. Das Greenpeace Solutions Lab trägt hier einen Lösungsbaustein bei. In Kommunen lässt sich Zukunft ebenfalls gemeinschaftlich gestalten: Greenpeace Schweiz will in zwei Gemeinden das Experiment starten, ein gutes Leben für alle innerhalb ökologischer Grenzen zu organisieren. Vorbild ist die sogenannte DonutÖkonomie. Von entschlossenem Handeln erzählt auch unsere Titelstory: Viele von Ihnen haben im Zukunftswald selbst gepflanzt und gebaut und dabei erlebt, was unsere starke Gemeinschaft bewirken kann. Ob im Einsatz für Klima schutz, Frieden oder sozialen Wandel – unsere Arbeit verbindet Menschen, Natur und Gesellschaft und schafft damit die Grundlagen für eine wünschenswerte Zukunft. Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und Mitwirken. Beim Lesen dieses Rundbriefs wünsche ich Ihnen, dass Sie spüren, was auch uns bewegt: die Freude daran, eine gute Zukunft zu gestalten – mit jedem Schritt, den wir gemeinsam gehen. Herzlichst, Ihre Sandra Güntner Geschäftsführerin und Vorständin 2 Seite 14 Schweinswale Seite 14 Erhalt alter Haustierrassen Seite 14 Santé Solaire Seite 9 Moorschutz Seite 14 Uranabbau in Niger Seite 10 Gerechtigkeit für die Marshallinseln Seite 18 Stifterhain Seite 8 Donut-Ökonomie Seite 15 Waldschutz Schweden Seite 11 Seegraswiesen Seite 16 European Ranger Federation Seiten 4–7 Zukunftswald Seit 1999 fördern und initiieren wir Friedens und Umweltschutzprojekte, die echte Veränderungen bewirken. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir auch 2025 zahlreiche Projekte weltweit voranbringen. In diesem Rundbrief stellen wir Ihnen einige Highlights und ermutigende Entwicklungen vor. Neues aus der Welt der Projekte Unsere Themenfonds Zu welchem Themenfonds ein Projekt gehört, erkennen Sie ganz einfach am Farbschema: Allgemeiner Stiftungsfonds Wald- und Biotop schutz Fonds Meeresschutz Fonds Artenvielfalt und Tierschutz Fonds Klimaschutz und Umwelt- technologie Fonds 147 Projekte weltweit seit 1999 37 laufende Projekte in 2025 rund 1,7 Millionen Euro für Projekte und Öffent lich - keitsarbeit in 2025 Umweltstiftung Greenpeace Jahresrundbrief 2025 Es ist diesig an diesem Märzmorgen, eisiger Wind pfeift durch die Fichten zweige, doch der Einsatz im Wald wärmt auf: Mit der „Wiedehopfhaue“ arbeiten wir uns durch Moospolster und Wurzeln und heben Pflanzlöcher aus. Rund 400 Buchen, Winterlinden und Bergahorne sollen mehr Vielfalt in den NochFichtenforst bringen. Zukunftswaldförster Christoph Wehner macht die nächsten Schritte vor: Setzling in die Grube stecken, Erde drum herum festdrücken und zuletzt den guten Wunsch nicht vergessen: „Viel Glück“, ruft er und gibt dem Bäumchen einen Kuss. Auf unserer Stiftungsversammlung 2024 in Hamburg hatten viele den Wunsch nach mehr Austausch und gemeinsamen Aktionen geäußert – verbunden mit einem großen Interesse am Zukunftswald. Denn hier lässt sich auf 280 Hektar ein wegweisendes Projekt der Stiftung und unse res Partners Bergwaldprojekt e. V. hautnah erleben, im eigenen Wald vor der Haustür. Deshalb haben wir unsere Stifter:innen und Förder:innen im Frühjahr 2025 zum Mitmachtag eingeladen und eine Woche später zur geführten Exkursion. Wandel miterleben und mitgestalten Im thüringischen Unterschönau erproben wir seit 2020 die Waldwende. Als grünes Labor und Modell für eine naturnahe Waldentwicklung und bewirtschaftung soll unser Zukunftswald deutschlandweit zur Nachah mung inspirieren. Langfristig wollen wir den übernutzten Forst in einen artenreichen Mischwald verwandeln, der in der Lage ist, den Folgen der Klimakrise zu trotzen. Ein gesundes Waldökosystem ist ein Wunderwerk der Gemeinschaft, da gibt es Netzwerke, regen Informationsaustausch, Partnerschaften zwi schen Bäumen und Pilzen. Unsere Stiftung ist ebenso ein Paradebeispiel dafür, welch positive Kraft eine Gruppe entfalten kann. Wir sind eine viel fältige Community aus Gleichgesinnten, die alle etwas verändern wollen – und können. Binnen 25 Jahren haben wir mit unseren Förderprojekten schon viel erreicht, in Deutschland und weltweit. Das spornt an und macht Mut, in Zukunft noch mehr für eine sozialere, grünere und friedlichere Gesellschaft zu bewegen. Auch als wir mit allen Sinnen in den Zukunftswald eintauchen und in der Erde wühlen, liegt eine besondere Energie des Aufbruchs in der Luft, ist der gemeinschaftliche Spirit spürbar. „Es ist unser aller Wald!“, betont Stiftungsvorständin Sandra Güntner, als sie sich für den beherzten Einsatz aller Unterstützer:innen vor Ort und zu Hause bedankt. „Nur durch Ihr Im Frühjahr waren wir mit insgesamt 50 Unterstützer:innen im Zukunftswald Unterschönau. Dort haben wir alle hautnah erlebt, was die Stiftungsarbeit bewirkt und eigenhändig ein Stück Zukunft gestaltet. Unsere starke Gemeinschaft macht Mut für kommende Herausforderungen. Anpacken für den Wald Starke Gemeinschaft Im Zukunftswald haben wir tiefe Einblicke in das Thema naturnahe Waldnutzung gewonnen und eigenhändig ein Stück dazu beigetragen. Für uns alle war es ein großartiges Gemeinschaftserlebnis. Kommen Sie nächstes Jahr mit? Infos und Anmeldung auf S. 7 4 und Euer Engagement war es möglich, dieses außer gewöhnliche Leuchtturmprojekt zu starten.“ Viel geschafft und Lust auf mehr Für Hirsche und Rehe sind frisch gepflanzte Laub bäumchen allerdings keine Hoffnungsträger der Wald wende, sondern eine Einladung zum kalten Buffet. Deshalb zäunen wir sie ein. Alle packen mit an. Wie in einer Ameisenstraße tragen wir die Holzgatter nachei nander zu den Pflanzflächen, zimmern sie zusammen und sichern sie mit schrägen Stützen gegen Umkippen. „So etwas will ich künftig häufiger machen, weil es mir gut tut und ich damit etwas für die Zukunft tue“, freut sich ein Stifter nach dem letzten Hammerschlag. Und eine Teilnehmerin ergänzt: „Ich bin echt stolz und erstaunt, was wir an nur einem Tag zusammen geschafft haben. Das macht Lust auf mehr!“ umweltstiftung-greenpeace.de/exkursion-2025 Bildergalerie öffnen Umweltstiftung Greenpeace Jahresrundbrief 2025 5Ertappt … der Luchs ist da! Luchse sind ebenso fotogen wie selten zu sehen. Umso mehr freut uns, dass eine Luchsin in eine der Kamerafallen getappt ist, die der BUND im Wald montiert hat (links Symbolbild eines anderen Luchses). 2024 wurde Frieda im Rah men eines Wiederansiedlungsprojekts für den Eurasischen Luchs im Thüringer Wald ausge wildert – und dank ihres einzigartigen Fell musters wiedererkannt. Auch zwei Wildkatzen haben sich schon bei uns „blitzen“ lassen. Um die seltenen Pirschjäger zu unterstützen, hat das Bergwaldprojekt unter anderem Büsche gepflanzt und Höhlen aus Ästen und Moos für die Jungenaufzucht gebaut. bergwaldprojekt.de/blog/zukunftswald Nachwuchs aus der eigenen Baumschule Unser Wald soll bunter werden, nur wie? Da in reinen Fichten beständen fast nur Fichten nach kommen, helfen wir der Vielfalt etwas auf die Sprünge, indem wir punktuell standortheimische Baum arten säen oder pflanzen. Bei bishe rigen Pflanzaktio nen kamen gekaufte Setzlinge zum Ein satz. Doch schon bald können wir mit Jungpflan zen aus unserer eigenen kleinen Baumschule arbeiten! Freiwillige des Berg wald projekts haben sechs große Hochbeete gezimmert und zum Schutz vor Wildverbiss ein gezäunt. Im Frühjahr können diese dann mit Samen bestückt wer den, zum Beispiel von Rotbuche, Eberesche, Spitz und Bergahorn. Eicheln will das Berg wald projekt im nahegelegenen Stadtwald Meiningen sammeln, einem Partnerprojekt, das eben falls naturnah wirtschaftet. „Wäh rend in maschinell arbeitenden Baumschulen die Wurzeln beim Um setzen und Umtopfen gekürzt werden, erhalten wir durch unsere eigene Anzucht in Handarbeit nun sehr vitale Setzlinge mit optimal entwickelten Wurzeln“, freut sich Zukunftswaldförster Christoph Wehner. „Ein intaktes Wurzelwerk zum Start nützt den Bäumen ein Leben lang, auch, um Dürrephasen besser zu überstehen.“ Vor fünf Jahren haben wir unser Leuchtturmprojekt für naturnahe Waldnutzung zusammen mit dem Bergwaldprojekt e. V. gestartet. Noch stehen im Zukunftswald Unterschönau größtenteils Fichten in Monokultur, doch seine Verwandlung hin zu einem bunten Mischwald blitzt vielerorts schon zwischen den Zweigen hervor! Neuigkeiten aus dem Zukunftswald Luchsin Frieda im Video 6 6 Zukunftswald Unterschönau, nahe Steinbach-Hallenberg in Thüringen Anmeldeschluss: 31. Januar 2026 Anmeldung und mehr Infos unter: umweltstiftung-greenpeace.de/ exkursion oder über den QR-Code: Erleben Sie unseren Zukunftswald! Sind Sie neugierig, unseren Zukunftswald Unterschönau mit allen Sinnen zu entdecken oder sogar selbst mit anzupacken? Dann melden Sie sich für unsere geführte Exkursion oder den Mitmachtag mit Expert:innen des Bergwaldprojekts an! Jetzt anmelden Mitmachtag: 18. April 2026 Kleine Waldrunde mit dem Zukunftswaldförster Bei regelmäßigen Rundgängen schaut Christoph Wehner im Wald nach dem Rechten. Dieses Jahr beschäftigte ihn besonders der Regenmangel: „Im späten Frühjahr machte mir die anhal tende Dürre ernsthaft Sorgen, schon seit Februar kaum ein Trop fen! Die vielen Fichten im Wald können sich bei Trockenstress schlechter mit Harz gegen Borkenkäfer wehren. An einigen fand ich dann auch verdächtiges Bohrmehl – und unter der Rinde: Larven und Fraßgänge des Buchdruckers und Kupferste chers. Zum Glück hält sich der Befall in unserem Wald bisher in Grenzen. Vorsichtshalber schälen wir gefällte Fichten, um den Bruterfolg der Käfer zu schmälern. Dafür brauchte der AmphibienNachwuchs dringend Hilfe: Mit Eimern haben wir Laich aus austrocknenden Pfützen in größere Tüm pel umgesiedelt. Mitte Mai regnete es dann endlich wieder, und in fünf Pfützen versam melten sich rund 150 Bergmolche, um erneut zu laichen! Und noch eine Entdeckung machte mir Hoffnung: In eingezäunten Bereichen, wo wir die Naturverjüngung fördern wollen, sind erste kleine Zitterpappeln aufgetaucht. Die Pionierart ist eine wichtige Futterquelle für Insekten. Und ihr Laub bildet wertvollen Humus. Damit bereitet sie den Boden auch für andere Baumarten.“ Grüner Hörsaal Im Mai haben 17 Zweitsemester des Studiengangs „Sozialökologisches Waldmanagement“ unser Leucht turmprojekt besucht. Wie sich ein Waldökosystem von früheren Feh lern erholt, an den Klimawandel anpasst oder wie es sich nach haltig nutzen ließe – vor Ort mit allen Sinnen lässt sich das Thema Waldwende am besten studieren. „Mit dem Zukunftswald haben wir ein tolles Beispiel dafür, wie Teile unseres Lehrkonzeptes bereits in der Praxis umgesetzt werden“, sagte Studiengangskoordinator Christoph Nowicki. Die Umwelt stiftung unterstützt den innovativen Studiengang an der Hochschule in Eberswalde (HNEE) und finanziert eine von drei Professuren. wald-fuer-menschen.de „Ich habe bereits im Studium das Gefühl, Teil eines lebendigen Waldwandels zu sein.“ Markus Jurc, II. Semester Wo: Tagesexkursion: 11. April 2026 Video ansehen Umweltstiftung Greenpeace Jahresrundbrief 2025 Aufbruch in eine grüne und gerechte Zukunft Donut-Ökonomie Ein Donut als Sinnbild für das gute Leben: Der innere Kreis steht für soziale Grundbedürfnisse, die allen Menschen ein würdiges Leben sichern sollen. Der äußere Kreis markiert die ökologischen Grenzen unseres Planeten. Dazwischen liegt der „süße Ring“, in dem Mensch und Natur im Gleichgewicht leben können. Wie können wir gut und sicher leben, ohne unseren Planeten zu überlasten? Die Antwort auf diese Frage beginnt oft vor unserer eigenen Haustür. Darum sucht Greenpeace Schweiz Gemeinden mit Pioniergeist, die neue Wege ausprobieren. Das Vorbild: ein Donut. ten respektieren. Wie diese Vision Wirklichkeit werden kann, will Greenpeace Schweiz gemeinsam mit zwei Pilotgemeinden erproben. Helfen soll dabei das Modell der DonutÖkonomie. Ein gutes Leben für Mensch und Natur Im Zentrum dieses Wirtschafts modells, erdacht von der briti schen Ökonomin Kate Raworth, steht das gute Leben für alle Men schen. Dafür braucht es einer seits soziale Mindeststandards wie Bildung, Gesundheit und Teilhabe, andererseits klare ökologische Grenzen. Dazwischen entfaltet sich der Handlungsspielraum einer zu kunftsfähigen Gesellschaft. In den kommenden Monaten will Greenpeace Schweiz mit zwei Gemeinden das Experiment wagen: Wie lässt sich Zukunft vor Ort nach haltig und gerecht gestalten? Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Einwohner:innen selbst. Gemeinsam mit Expert:innen, Poli tik und Verwaltung werden sie die Themen identifizieren, die ihnen wichtig sind, und einen Fahrplan für Veränderungen entwickeln. Damit der Aufbruch gelingt, unter stützen wir das Projekt in der wichtigen Anfangsphase. Das Ziel: Strukturen neu denken, Menschen daran beteiligen und zeigen, dass positive Veränderung machbar ist. Von der Theorie zur Praxis „Die DonutÖkonomie ist ein Kom pass auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Sie zeigt, dass grenzen loses Wachstum nicht alternativlos ist“, sagt Annina Aeberli, verant wortlich für das GemeindeProjekt bei Greenpeace Schweiz. „Mit der aktuellen Regierung bestehen in der Schweiz derzeit nicht die bes ten Rahmenbedingungen für einen landesweiten nachhaltigen Wandel. Doch auf lokaler Ebene können wir viel bewegen. Es ist wichtig, neue Wege zu gehen. Damit können wir andere Orte inspirieren – auch über die Schweiz hinaus.“ greenpeace.ch/de/handeln/happiness Wenn wir von einer grünen und gerechten Welt träumen, haben viele von uns dieselben Bilder im Kopf: Kinder, die auf sicheren Stra ßen spielen, Solarzellen auf Haus dächern und Menschen, die auf gut ausgebauten Fahrradwegen unter wegs sind. Eine Gesellschaft, in der Wohnen, Energie, Mobilität und Arbeit so organisiert sind, dass sie dem Wohl aller dienen und gleich zeitig die Grenzen unseres Plane Im Video: Der Donut erklärt Bildergalerie öffnen 8 Moore sind Klimahelden Moore sind wertvolle Feuchtbiotope für viele seltene Spezialisten, vom Moorfrosch bis zum Sonnentau. Und sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff, weltweit etwa doppelt so viel wie Wälder. Das Problem: Viele Moore wurden binnen Jahrhunderten trockengelegt, um das Land urbar zu machen. So gelangt Sauerstoff an die Pflanzenreste im Torf, und die Verrottung setzt CO₂ und Lachgas frei. Heute sind 92 Prozent der hie sigen Moorböden entwässert und für rund 7 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umgekehrt bieten sie ein enormes Potenzial für den Klimaschutz – indem man ihnen das Wasser zurück gibt! Die Emissionen werden gestoppt, und das Moor kann wieder wachsen. Die Umweltstiftung fördert die Wiedervernässung auf zwei Wegen. Moore neu beleben Unser Partner Bergwaldprojekt e. V. ist auch in Moo ren aktiv, etwa im Emsland: Drei Jahre finanzierten wir Arbeitseinsätze zur Wiedervernässung der Bockholter Dose. Sie ist das Überbleibsel eines mächtigen Hoch moors mit bis zu fünf Meter dicken Torfschichten. Eine der Aufgaben: Entwässerungsgräben unschäd lich machen. Hierzu schaufeln die Freiwilligen den Schlamm heraus und bauen hölzerne Sperren ein, die den Wasserabfluss aus den Flächen verhindern. Ver füllt wird mit einem Mix aus Torf, Hackschnitzeln und Sägespänen. Ähnliche Einsätze ermöglichten wir dieses Jahr auch in den Nenndorfer Mörken bei Papenburg und in BirkenMoorwäldern von Hessisch Lichtenau. Nasse Landwirtschaft Bisher fokussieren sich Maßnahmen wie diese auf Schutzgebiete. Doch fast drei Viertel der entwässerten Moorböden in Deutschland sind Äcker und Grünland. Auch solche Flächen könnten wiedervernässt und den noch bewirtschaftet werden – mit „Paludikulturen“ (von lat. palus = Sumpf). Mögliche Nutzpflanzen, die nasse Füße mögen, sind Seggen, Rohrkolben und Schilf. Aus ihnen lassen sich etwa Dämmstoffe oder alternative Verpackungsmaterialien machen. Derzeit wird viel zum Thema geforscht und an neuen Wertschöpfungsketten gearbeitet, die Landwirt:innen eine Perspektive bieten. Das von uns geförderte Greenpeace Solutions Lab will einen Baustein zu dieser Zukunftsbranche beitragen und hat sich dazu unter anderen mit dem Greifswald Moor Centrum vernetzt. Die Idee ist, einen hochwerti gen Werkstoff aus Moorpflanzenfasern zu entwickeln, der sich zum Beispiel für den Bootsbau eignet. Am Material tüfteln Forschende der Universität Bremen. umweltstiftung-greenpeace.de/projekte/moore und greifswaldmoor.de Natürlicher Klimaschutz … aber nur, wenn sie nass sind! Deshalb fördern wir sowohl Wiedervernässungen von Mooren als auch kreative Konzepte zur Nutzung von Moorpflanzen. Sie sollen Anreize für Landwirt:innen schaffen, ihre Flächen zu renaturieren. Mehr zu den Arbeitseinsätzen Freiwillige beim Einbau hölzerner Sperren in einen Entwässerungs- graben Umweltstiftung Greenpeace Jahresrundbrief 2025 9Next >