Exkursion 2026: Den Zukunftswald gemeinsam erleben
Im April 2026 war es wieder so weit: Eine Gruppe von Stifter:innen der Umweltstiftung Greenpeace sowie Interessierten machte sich auf den Weg in den Thüringer Wald, um den Zukunftswald Unterschönau zu erkunden. Während einer ausgedehnten Exkursion durch das Projektgebiet erlebte die Gruppe hautnah, wie die Vision einer naturnahen Waldentwicklung Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt wird.
Ökologie im Fokus
Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten des Bergwaldprojekts tauchten die Teilnehmenden tief in das Konzept der sozial-ökologischen Waldbewirtschaftung ein. Anders als in der konventionellen Forstwirtschaft stehen hier lebenswichtige Leistungen wie Regulierung des Wasserhaushalts, Kühle, Biodiversität oder die Kohlenstoffbindung im Mittelpunkt. Diese Leistungen des Waldes sind wie die wirtschaftliche Nutzung des wertvollen Rohstoffes Holz langfristig nur möglich, wenn die ökologischen Grundlagen gesichert sind. Genau deshalb richten sich all unsere Maßnahmen konsequent auf die Entwicklung eines gesunden, stabilen Waldökosystems aus.
An verschiedenen Stationen wurden die Herausforderungen der Waldentwicklung anschaulich. So werden beispielsweise kahle Flächen durch gezielte „Impulspflanzungen“ standortheimischer Baumarten sowie durch natürliche Verjüngung wiederbewaldet. Dabei besuchte die Gruppe auch eine ganz besondere Stelle: Angespornt durch die Exkursion im Jahr 2025 hatte Namenszustifter Tilman Dominik selbst eine Freiwilligenwoche initiiert und eine steile Kahlfläche mit einem Hordengatter ausgestattet.
Auch in den mittelalten Fichtenbeständen beschreitet das Projekt neue Wege: Derzeit werden dort ökologische Alternativen zur vollmechanisierten Holzernte erprobt. Obwohl sich diese Verfahren aktuell wirtschaftlich noch nicht rechnen, bleibt das Team beharrlich dran, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Ein sicherer Ort für Tanne, Wildkatze und Co.
Ein wichtiges Thema des Tages war der Umgang mit Wildverbiss. Die Teilnehmenden erfuhren, wie der Einsatz von Hordengattern dazu beiträgt, junge Weißtannen vor dem Appetit des Rotwilds zu schützen. Außerdem zeigen die engagierten Artenschutzprogramme für den seltenen Gartenschläfer und die Wildkatze, dass der Zukunftswald bereits heute ein wertvoller Rückzugsort ist.
Inspiration für die Zukunft
Nach einem intensiven Tag im Gelände und einem wertvollen Austausch blickte die Gruppe zufrieden auf die Fortschritte im Projekt. Stiftungsvorständin Sandra Güntner betont: „Dank unserer Stiftungsgemeinschaft können wir im eigenen Wald zeigen, wie eine ökosystembasierte Waldnutzung konkret aussieht. Indem wir diesen Raum für alle erfahrbar machen, bewegen wir weit mehr als nur ökologischen Schutz – wir stiften Inspiration für eine zukunftsfähige Gesellschaft“.
Der Besuch im Zukunftswald hat einmal mehr gezeigt, dass dieses Leuchtturmprojekt durch das Engagement vieler Menschen wächst und gedeiht. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal!
Mehr Infos zum Zukunftswald
Fotos: © Eduard Fischer